Studieren unter Corona – was fehlt, ist nur eins!

Ein Artikel von Semir Duman (Tomorrow Maker)

Als dualer Student mit Studienbeginn im Oktober (anstatt im November) gehöre ich zu den wenigen privilegierten Erstis, die auch in diesem Wintersemester in Teilen in Präsenz das Studium beginnen durften. Doch auch uns holte Corona Ende Oktober wieder ein und so hatten wir ab da aufgrund steigender Infektionszahlen dann auch einen Online-Studienbetrieb – wie die allermeisten Student:innen in diesem Semester und im Prinzip alle Student:innen im vergangenen.

Machen wir uns nichts vor: Ein Onlinestudium kann ein Präsenzstudium nicht in vollem Umfang ersetzen. Natürlich klappt die Wissensvermittlung gut – an meiner Hochschule sogar so gut, dass ich behaupten würde, auf der inhaltlichen Ebene im Studium keine Nachteile beklagen zu müssen. Man kann sich über Videokonferenzen zum gemeinsamen Lernen verabreden, die Profs haben es einigermaßen hinbekommen, mit den digitalen Vorlesungsmethoden umzugehen und der Stoff wird in der gedachten Zeit vollumfänglich übertragen.

Das einzige was fehlt – und es ist zwar das einzige, dennoch aber meiner Meinung nach das Wichtigste – ist der persönliche Kontakt. Dieser kann Online zwar nachgeahmt werden, jedoch wird dieser dadurch nicht ersetzt. Man merkt ganz deutlich, selbst wenn man als Ersti noch nicht in Präsenz studiert hat, dass hierbei ein wesentlicher Unterschied besteht.

Ich bin dankbar dafür, einen Großteil meiner Kommiliton:innen im Oktober in Präsenz kennengelernt zu haben und bewundere all diejenigen, die das online auch auf die Beine gestellt haben – es ist wesentlich schwerer, online mit fremden Menschen zu interagieren.

Trotz der Umstände halte ich den jetzigen Weg für den Richtigen. Wir alle, egal ob Schüler:in, Student:in, Arbeitnehmer:in oder Rentner:in, müssen aufgrund der Pandemie Abstriche in Hinsicht auf unsere Lebensqualität machen. Dass für uns Studis die Vorlesungen online stattfinden können, halte ich für ein großes Geschenk der heutigen Technik. Vor wenigen Jahren hätte es nämlich in einer solchen Lage entweder geheißen: „Studium unterbrechen und weitermachen, wenn die Infektionslage Präsenzveranstaltungen wieder zulässt“ oder: „Selbststudium, Selbststudium, Selbststudium.“ Und beides wünscht sich vermutlich niemand.

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