Purpose statt Pesos ‒ Warum man sich für einen sinnstiftenden Job entscheiden sollte. 

Ein Artikel von Sivany Kanagalingam und Tomma Profke (Team Tomorrow)

225 Tage, 1.800 Stunden, 108.000 Minuten. So viel Zeit verbringen wir Deutschen durchschnittlich im Jahr bei und mit der Arbeit. Wobei das im Zweifel nur die im Zeiterfassungssystem eingetragene Zeit ist. Viel zu häufig nehmen wir die Arbeit mit in den Feierabend, ins Wochenende, in den Urlaub oder sogar mit in den Schlaf. Ist es da nicht total sinnvoll, einer sinnstiftenden Tätigkeit nachzugehen?

Klar, denkt sich Tomma:

In meiner privilegierten Situation ‒ Akademikerin, “aus gutem Haus”, mit Wohnungseigentum aus einer Erbschaft ‒ ist es leicht, sich für einen Job zu entscheiden, der vielleicht weniger Kohle, aber mehr Sinn und Spaß in mein Leben bringt. Kein Knechten mehr für einen Chef, der die Dinge immer etwas anders sieht. Kein Abarbeiten von Arbeit mehr, die mehr Nerven kostet, als Sinn ergibt. Dafür eine Arbeit, mit der ich mich für die Gesellschaft und eine “bessere Welt” einsetzen kann.

Deshalb war es nicht schwer für mich, meinen (mehr oder weniger ‒ die Relationen sind da ja sehr schwammig) gut bezahlten Job mit unbefristetem Vertrag zu kündigen, um mein Ehrenamt zum Beruf zu machen. Um mit dem eigens mitgegründeten Verein das Team Tomorrow aufzubauen und mit Jugendlichen Demokratieprojekte umzusetzen ‒ jeden Tag, als Job. 🙂
Auch wenn das finanzielle Damoklesschwert jederzeit über uns hängt ‒ bei der richtigen Tätigkeit kann sich das ganz offensichtlich motivierend und anspornend anfühlen, so meine neue Berufserfahrung.
Kann das so einfach sein? Arbeit, die sich nicht nach Arbeit anfühlt, sondern nach Erfüllung. Arbeit, die nicht als Arbeit empfunden wird, sondern als Bereicherung. Geht das nur, wenn man privilegiert ist und nicht aufs Geld schauen muss? Oder sollten sich nicht mehr junge Menschen gegen eine klassische Karriere in einem Großkonzern mit Aussicht auf großen Verdienst und Sicherheit entscheiden und sich dafür frei und nach ihrem Willen bei und mit ihrer Arbeit entfalten können.

Klar, denkt sich Sivany:  

Das schnelle Geld ist nicht meine Prio Nummer eins, denn als FSJlerin zähle ich nicht zu den Topverdiener:innen. Ich wollte mein FSJ bei einer Einsatzstelle machen, die sinngebendes Tun und Arbeit verbindet. In der Start-Up-/Sozialunternehmer:innen-Bubble habe ich viele Beispiele gesehen, die bewiesen haben, dass es “Purpose statt Pesos” lauten kann. Auch wenn sich eine 40-Stunden-Woche für manch einen schrecklich anhört ‒ ich liebe es. Ich lerne ständig Neues und arbeite mit inspirierenden Menschen zusammen, die allesamt das gleiche Ziel haben. Team Tomorrow versucht kleine und große Probleme zu lösen und Brücken zwischen jungen Menschen und der Politik zu bauen. Dabei gehen wir selten altbekannte Wege. Wir probieren aus, denken neu und leben das Motto “Gemeinsam Politik einfach machen”. 

Also warum nicht einfach gemeinsam die Welt retten?

Das muss aber nicht heißen, dass man keine Karriere machen kann oder umgekehrt in einem klassischen Beruf nichts Sinngebendes tut. Im Gegenteil: jeder kann mit seinem alltäglichen Existieren die Welt ein bisschen besser machen, in dem man auf seine Mitmenschen achtet, sich informiert und engagiert, egal ob im Ehrenamt oder im Job. 

Und um die Welt zu retten, kann man auch mal auf eine Demo gehen oder ganz einfach Unternehmen unterstützen, die das schon tun.

Apropos: Kennt ihr schon die “GoodJobs”-Welt?

Hier könnt ihr euch euren neuen sinnstiftenden Job suchen, nachhaltig shoppen, euch neues Wissen aus der Sozialunternehmer:innen-Bubble ziehen oder entspannt inspirierenden Menschen beim “Geil, Montag”-Podcast zuhören, wie sie ihre “Purpose statt Pesos”-Karriere gestalten.

Hier geht´s zum Podcast: https://goodjobs.eu/de/podcast 

Bild: Sivany Kanagalingam