Ich wähle, also bin ich ‒ Warum politisches Teilhabe bei Jugendlichen so wichtig ist, wie noch nie

Ein Artikel von Luisa Latella (Gast-Autorin)

„Ach komm, lass das mal die Großen machen“. Politik ist Erwachsenensache, so wird es uns zumindest oft verkauft. Dass das totaler Schwachsinn ist, ist leider noch nicht bei allen angekommen. Es steht aber außer Frage, dass gerade die Jugend eine wichtige Stütze für den Erhalt unserer Demokratie ist. Eine Demokratie, die allen gehört und vor allem alle erhört, sofern sie ihre Stimme nutzen. Doch wie findet man diese Stimme? Sich seine eigene Meinung zu bilden, gerade bei politischen Themen, kann manchmal ganz schön schwer sein und oft weiß man nicht recht wo man überhaupt anfangen soll. Da passiert es schnell, dass man vor lauter Artikeln und Beiträgen, Diskussionen und Entschlüssen den Überblick verliert. Das ist aber keinesfalls schlimm und sollte schon gar kein Grund sein, die Politik gleich ganz aus dem Leben zu verbannen.

Es ist völlig in Ordnung, hier und da etwas zu straucheln und auch mal nicht zu wissen, wie man zu etwas steht, denn wie heißt es doch so schön: Wenn ich weiß, was ich nicht weiß, weiß ich schon viel. Die eigene Meinung ist nicht einfach da, sie entwickelt sich ein Leben lang und verändert sich immer wieder. Oft reicht es schon einfach hin und wieder die Nachrichten zu verfolgen, um sich über die aktuellen politischen Diskurse zu informieren. Dadurch werden wir mit Problemen konfrontiert und lernen uns immer wieder selbst zu positionieren. Kaum eine Generation war so politisch, wie die unsere: Fridays for Future mobilisiert Jugendliche auf der ganzen Welt, um gemeinsam für eine bessere und klimafreundliche Zukunft zu demonstrieren und das mit Erfolg. Eine laute Stimme ist schwer zu überhören, egal von wem sie kommt.

Es mag manchmal Überwindung kosten, aber man sollte nie mit seiner Meinung zurückhalten aus Angst davor, wie andere darauf reagieren werden. Wir müssen lernen für unsere Überzeugungen einzustehen und es ist auch nicht schlimm, wenn diese nicht immer von unseren Freunden oder Eltern geteilt werden. Eine gute Demokratie lebt von der Diskussion. Eine Diskussion, die wir immer anregen sollten, wenn wir die Möglichkeit dazu bekommen, denn gerade für die Politik ist es extrem wichtig, einmal die Perspektive zu wechseln und die Welt aus unseren Augen betrachten zu können, um im Hier und Jetzt daran zu denken, wie das Morgen aussehen könnte.

Die beste Möglichkeit hierfür bietet die kommende Landtagswahl am 14. März. Wählen darf jeder ab 18. Jahren der einen deutschen Pass besitzt und mindestens seit drei Monaten in Baden-Württemberg wohnt. Mit eurer Stimme könnt ihr einen Kandidaten eures Wahlkreises unterstützen und dadurch auch automatisch dessen Partei. Das heißt, eure Stimme wird zweimal gewertet. Sie entscheidet darüber, wie viele Sitze einer Partei am Ende im Landtag zustehen und wer diese Sitze erhält. Also nutzt eure Stimme, sei es bei der Wahl im März oder im Alltag. Denn eure Meinung zählt!

Bild: Pixabay