Mit, nicht über, junge Menschen sprechen.

Junge Menschen und Jugendliche sind oft Thema in politischen Debatten. Meistens werden Sie aber nicht als aktive Teilnehmer wahrgenommen sondern als nur als Schüler oder jugendliche Unruhestifter verhandelt. Gut, dank Fridays For Future traut man der Jugend auch wieder Interessen an Politik zu. Aber auch dann wird etwas paternalistisch über die Radikalität und fehlenden Realitätsbezug gesprochen. Unsere Workshopteilnehmerin Raja (18) hat uns gesagt: „Die Politik spricht immer über, nicht mit uns.“ Wir haben mit drei jungen Menschen aus Offenbach und Umgebung gesprochen. Warum gehen eigentlich nur 30% der unter 30 jährigen zur Kommunalwahl? Lest selbst:

Maxima Trabert (16) im Interview

“Junge Leute sehen die Kommunalpolitik als alt und verstaubt an… “

Maxima Trabert ist 16 Jahre alt und kommt aus Engelsbach (Landkreis Offenbach) und sitzt auch im Jugendparlament ihrer Gemeinde. Wir konnten mir Ihr über Ihre Perspektive auf Kommunalpolitik sprechen:

Team Tomorrow: Was ist deine erste Assoziation mit Kommunalpolitik? 

Maxima: Kommunalpolitik bedeutet für mich, die Ergebnisse des politischen Engagements live und hautnah miterleben zu können. Die Veränderungen, für die man sich einsetzt, merkt man meist schon in der eigenen Stadt oder im persönlichen Umfeld. Und das macht Kommunalpolitik auch so greifbar. 

TT: Warum interessieren sich junge Leute so wenig für Kommunalpolitik?

M: Die Kommunalwahl mag auf den ersten Blick durch das Kumulieren und Panaschieren vielleicht sehr kompliziert vorkommen. Aber wenn man sich dann einmal mit den Parteien und den Kandidaten auseinandergesetzt hat, ist diese Art zu wählen die beste, seine individuelle Meinung einzubringen. 

TT: Wie stehst du zur Kommunalpolitik?

M: Ich denke, viele junge Leute sehen die Kommunalpolitik als alt und verstaubt an. Aber Kommunalpolitik ist der direkteste Weg, um Verbesserungen in der Lebensqualität in der eigenen Stadt oder im eigenen Umfeld zu erwirken. Und deshalb sollte man sich an der Kommunalpolitik beteiligen. 

TT: Sind digitale Wahlhilfen ein Mittel um mehr Jugendliche für Politik zu begeistern?

M: Ich finde, dass digitale Wahlhelfern ein super Mittel sind, um herauszufinden, welche Partei am besten zu einem passt. Und das ist meiner Meinung nach auch der erste Schritt auf dem Weg zu politischem Engagement. 

Interview mit Lisa Zwick (26)

“Es ist einfach viel schneller, spannender und zeitgemäßer, einfach mal schnell VOTO zu machen, anstatt sich Parteiprogramme durchzulesen…”

Lisa Zwick (26) ist Sozialwissenschaftlerin und lebt in Offenbach. Sie hat die Thesen von VOTO mitentwickelt und hat mit uns darüber gesprochen wie Sie Kommunalpolitik sieht: 

Team Tomorrow: Was ist deine erste Assoziation mit Kommunalpolitik? 

Lisa: Leider ist die Wahlbeteiligung bei Kommunalwahlen unter jungen Menschen relativ gering. Dabei sind Kommunalwahlen im Gegensatz zu Landtagswahlen oder  Bundestagswahlen viel persönlicher. Du kannst über Dinge entscheiden, die direkt vor deiner Haustür stattfinden. Oder du kannst Kandidaten wählen, die du vielleicht sogar persönlich kennst. 

TT: Gehst du bei der Kommunalwahl wählen??

L: Ich persönlich gehe eigentlich schon immer wählen, weil meine Eltern mir das einfach so beigebracht haben. Ich gehe auch immer persönlich ins Wahllokal, weil ich diesen Spaziergang sonntagmorgens dahin irgendwie cool finde. Wenn einem das zu viel ist oder man gerade dieses Jahr vielleicht einfach nicht machen will, kann man auch vorher Briefwahl beantragen. Hauptsache man gibt irgendwie seine Stimme ab. 

TT: Sind digitale Wahlhilfen ein Mittel um mehr Jugendliche für Politik zu begeistern?

L: Ich finde digitale Wahlhilfen wie VOTO super wichtig und super attraktiv für Jugendliche und junge Erwachsene. Das ist einfach viel schneller, spannender und zeitgemäßer. Einfach mal schnell VOTO zu machen, anstatt sich Parteiprogramme durchzulesen. Und wer macht das schon heutzutage? 

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Interview mit Jonathan Mendez (28)

“Ganz klar, es gibt Menschen in anderen Ländern, die sterben, für dieses Recht wählen zu gehen.” 

Jonathan Mendez (28) kommt ursprünglich aus New York City, lebt aber in Offenbach am Main. Er hat Politikwissenschaften studiert und gemeinsam mit einer Gruppe Jugendlicher an den Thesen von VOTO in Offenbach mitgearbeitet. Im Interview erklärte er uns, warum es wichtig ist sich für Kommunalpolitik zu interessieren.

Team Tomorrow: Was ist deine erste Assoziation mit Kommunalpolitik? 

Jonathan: Das ist für mich ganz klar,  dass es um Politik geht. Das, was halt nicht über Landesebene läuft oder Bundesebene, sondern einfach wirklich kommunal, es steht ja schon im Wort drin, es um meine Kommune geht, also meine Stadt Offenbach. Und ich finde es besonders wichtig, dass man sich dessen bewusst ist, dass es halt um die Probleme hier geht und dass wir dann dementsprechend nicht nach hessischen Lösungen suchen, sondern nach Offenbacher Lösungen. 

TT: Gehst du bei der Kommunalwahl wählen??

J: Wichtig. Notwendig. Es sollte jeder wählen.  Ja, ich bin wählen gewesen. Ich habe über Briefwahl gewählt. Ganz klar. Es gibt Menschen in anderen Ländern, die sterben, für dieses Recht wählen zu gehen. Also, wir können wirklich froh sein, dass wir die Möglichkeit haben zu wählen. 

TT: Sind digitale Wahlhilfen ein Mittel um mehr Jugendliche für Politik zu begeistern?

J: Wenn ich überlege, dass die Kinder schon heute mit 6 oder 7 Jahren schon mit iPads, Tablets, PCs umgehen können teilweise, dann ist es klar, dass digitale Wahlhilfen auf jeden Fall hilfreich sind, um eine Orientierung zu schaffen.