Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie erlebt die Politik in vielen Teilen der Bevölkerung einen Vertrauensverlust, was zu vermehrter Politikverdrossenheit führen kann. VOTO kann helfen dem entgegenzuwirken und die Wahlbereitschaft, sowie das Interesse an Politik wieder zu erhöhen. Durch die einfache und schnelle Anwendung müssen keine stundenlangen Recherchen zu verschiedenen Parteiprogrammen und Kandidat:innen erfolgen – und gleichzeitig wird Lust auf mehr Informationen gemacht. Die parteipolitisch neutrale digitale Wahlhilfe agiert nicht nur informativ, sondern zeigt außerdem auf, welchen politischen Inhalten die Nutzer:innen am nächsten stehen. Wie das Team von VOTO Wahlen in Hessen und anderswo einfach macht und welche Ansätze andere Initiativen verfolgen erfahren Sie hier.

Anlässlich der Kommunalwahlen am 14. März stellte das Team Tomorrow eine junge und digitale Plattform zur Verfügung, die wichtige Informationen über die Wahl ansprechend, verständlich und gebündelt aufbereitete. Vor allem junge Menschen sollten erreicht werden und das gelang. VOTO konnte für 6 Kommunalwahlen in Frankfurt, Offenbach, Fulda, Marburg und Marburg-Biedenkopf über 61.000 Nutzer:innen erreichen. Das sind über 10% der Wähler:innen vor Ort: ein beachtlicher Erfolg!

Die Evaluation zeigte, dass 90% der Nutzer:innen VOTO außerdem als gut oder sehr gut bewerteten und 73% motiviert wurden sich weiter über die Wahl zu informieren. Somit konnten einige Ziele, wie das Interesse an Politik zu stärken und die Wahlbereitschaft zu erhöhen, erreicht werden. 40% gaben an, dass die Verwendung von VOTO bei ihnen den Anreiz erzeugte wählen zu gehen. Unsere Umfrageergebnisse haben verdeutlicht, dass die Nutzer:innen von VOTO überwiegend unter 30 Jahre alt waren, einen hohen Bildungsabschluss besitzen und überproportional häufig die Partei Bündnis 90/Die Grünen wählen würden.

 

Besonders interessant finden wir die Gewichtung der verschiedenen Thesen. Zur Erinnerung: Nutzer:innen konnten einzelne Thesen auswählen, die Ihnen besonders wichtig sind (wie die Positionen von Nutzer:innen und Kandidat:innen verglichen werden kann hier nachgelesen werden). Dabei wurden einige Themenbereiche ortsübergreifend als wichtig eingeschätzt. Der größte Teil der Nutzer:innen in Frankfurt, Fulda, Marburg, Marburg-Biedenkopf und Offenbach sprach sich für einen Ausbau der Infrastruktur für den Radverkehr aus oder interessierten sich für die Vorstellung einer kostenfreien Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs. In Frankfurt stach zu dem verstärkt das Themengebiet Wohnraum heraus, wenn es um Wohnungsbauprojekte für Menschen mit geringerem Einkommen geht oder aber auch um das Verbot für unbenutzten, leerstehenden Wohnraum. Weniger interessant erschienen die Fragen nach dem Abriss der Doppelanlage der städtischen Bühnen am Willy-Brandt-Platz aus Kostengründen oder eine Vereinfachung des Wahlsystems zur Gemeindevertretung oder der Stadtverordnetenversammlung in Hessen.

In Fulda legten die Teilnehmer:innen ebenso wie in Frankfurt großen Wert auf die Auswirkungen von allgemeinen Entscheidungen auf das Klima und hoben außerdem die Wichtigkeit von Programmen für eine zeitgemäße Aufklärung über die Vielfalt der Geschlechter und der damit verbundenen Lebensweisen hervor. Auch die Frage nach kostenfreien Kindergarten- und Krippenplätzen schien eine große Rolle zu spielen.

Besonders in Marburg und in Offenbach wurde die Bedeutung von Projekten gegen Rechtsextremismus deutlich, die vermehrt Zustimmung erreichten. Mieterhöhungen für städtische Wohnungen wurden im Gegensatz dazu eher abgelehnt. In Marburg-Biedenkopf wurde auch die Flüchtlingsfrage als wichtiger Punkt aufgegriffen und ob die Stadt mehr Geflüchtete aufnehmen sollte.

Besonders wenig Relevanz schienen im Allgemeinen die Thesen rund um das erwartete soziale und vereinsbezogene Engagement von Seiten der Abgeordneten und Stadtverordneten zu haben. Auch die Frage nach der Senkung der Gewerbesteuer für Unternehmen reihte sich im unteren Feld ein. 

In einem weiteren Schritt werden die Daten nun in Kooperation mit Correlaid e.V., und Wissenschaftler:innen von der Universität Frankfurt, Darmstadt sowie Oldenburg weiter ausgewertet und genauer unter die Lupe genommen. Sollten spezifische Fragen bei Ihnen entstanden sein oder interessieren Sie sich für detailliertere Informationen, wenden Sie sich damit gerne an uns.

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